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Title: Erotik und Mystik als Grenzüberschreitung
Subtitle: Das Hohelied 5,2-8 und die mystischen Texte von Mechthild von Magdeburg
Author(s): PERINTFALVI, Rita
Journal: Journal of the European Society of Women in Theological Research
Volume: 21    Date: 2013   
Pages: 85-98
DOI: 10.2143/ESWTR.21.0.3017277

Abstract :
This paper intends to present the structural connections between eroticism and mysticism on the basis of two text sources: there are some texts of 'The flowing light of the Godhead' of Mechthild of Magdeburg and the Song of Songs 5,2-8 here. Both texts represent a call for transgressions, since without these the experience of God is not possible. Eroticism as well as mysticism strives for the transcendental experience of union. This is however only to be attained in ecstasy, in a state of the Ego out of itself where the border separating one from the other is transgressed. This results in an unexpected and incomparable experience where no more boundaries between 'You and Me' are perceivable. Therefore eroticism is a sort of sacred reality that leads to the experience of the transcendent and divine and through it to the existential transubstantiation of the person.



Viele weibliche Figuren der Bibel bestätigen, dass man das wahre Glück ohne Grenzüberschreitungen nicht erleben kann – selbst wenn es nicht weniger als die Konfrontation mit dem Tod und die tiefste Vernichtung des bisherigen Ichs erfordert. Aber eben diese Überschreitung führt die Frauen in die Sphäre der Freiheit der Selbstdefinition, insbesondere hinsichtlich ihrer Sexualität und ihrer Spiritualität. Dazu haben auch die Frauen als gottesebenbildliche Geschöpfe zwei Gaben von ihrem Schöpfer erhalten: die Vernunft und den freien Willen. Sowohl die Mystik von Mechtild von Magdeburg als auch die Erotik des Hohelieds rufen zur Grenzüberschreitungen auf. Gerade durch die 'Überschreitung' in der Mystik und in der Erotik kann man in die Sphäre des Heiligen eintreten. Wie dürfte man also der Erotik die Aspekte der Heiligkeit absprechen? Wenn die Sexualität ein Geschenk Gottes ist, wie dürfte man deren Herausforderungen nicht als etwas von Gott, sondern vom Teufel Gegebenes betrachten? Die Konsequenzen einer Theologie, die auf die Verachtung des menschlichen Leibes und auf der weitgehenden Verdrängung der Sexualität basiert, sind eindeutig: Frauenverachtung, Missbrauch und Ausgrenzung. Im Hintergrund steht dabei die menschliche Unreife, die eben durch den Mangel an integrierter Sexualität entsteht. Sie führt zu einer ganz verkehrten Spiritualität, die mit dem jesuanischen Charisma nicht mehr viel zu tun hat. Sowohl das Hohelied als auch die Frauenmystik bestätigen, dass man ohne das Verstehen der menschlichen Sehnsucht nach der erotischen Liebe auch die wahre Sehnsucht nach Gott, wie sie in der Mystik dargestellt wird, nicht erfassen kann.



Este artículo pretende presentar las conexiones estructurales entre erotismo y misticismo sobre las bases de dos fuentes textuales: hay algunos textos sobre 'la luz que fluye de la Divinidad' de Mechthild de Magdeburg y del Cantar de los Cantares 5,2-8. Ambos textos representan una llamada a la transgresión, ya que sin dicha transgresión la experiencia de Dios no es posible. El erotismo, así como también, el misticismo pretenden lograr una experiencia trascendental de unión. Esto se consigue, no obstante, sólo alcanzando el éxtasis, un estado en que el ego esta fuera de sí mismo, cuando la separación entre uno y otro es transgredida. Esto se traduce en una experiencia inesperada e incomparable, donde las fronteras entre 'Tu y Yo' son borradas. Por lo tanto el erotismo es una especie de realidad sagrada que lleva a la experiencia de lo divino y lo trascendente y a través de esta a la transubstanciación existencial de la persona.

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